Skip to main content

Präsentation des Druckers

eufyMake E1 – The World’s First Personal 3D-Texture UV Printer

Der eufyMake E1 wird vom Hersteller als der weltweit erste persönliche UV-Drucker mit 3D-Texturfunktion bezeichnet. Er bringt eine Technik, die bisher vor allem in großen und teuren Produktionsmaschinen zu finden war, auf den Schreibtisch von Kreativen, kleinen Unternehmen und ambitionierten Makerinnen und Makern.

In diesem Buch dokumentiere ich meine eigenen Erfahrungen mit dem eufyMake E1. Dazu gehören Materialtests, Druckeinstellungen, Druckversuche, Fehlerbilder, Lösungen und natürlich auch die Dinge, die nicht auf Anhieb funktioniert haben.

Es handelt sich nicht um eine offizielle Bedienungsanleitung, sondern um eine persönliche und praxisnahe Sammlung meiner Tests.

Was ist ein UV-Drucker?

Ein UV-Drucker druckt spezielle UV-Tinte direkt auf einen Gegenstand oder ein Material. Unmittelbar nach dem Auftragen wird die Tinte durch UV-Licht ausgehärtet.

Anders als bei einem normalen Tintenstrahldrucker zieht die Farbe deshalb nicht unbedingt in das Material ein. Sie härtet auf dessen Oberfläche aus und bildet dort eine feste Druckschicht.

Dadurch kann auf sehr unterschiedlichen Materialien gedruckt werden, zum Beispiel:

  • Holz

  • Metall

  • Acryl

  • Glas

  • Keramik

  • Kunststoff

  • Leder

  • Stein

  • beschichteten Textilien

  • Folien und Aufklebermaterialien

Neben den üblichen Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz verwenden UV-Drucker häufig auch weiße Tinte. Weiß kann als Grundierung unter einem farbigen Motiv, als eigenständige Druckfarbe oder zum Aufbau erhabener Strukturen verwendet werden.

Zusätzlich kann Klarlack eingesetzt werden. Damit lassen sich einzelne Bereiche hervorheben, glänzende Effekte erzeugen oder gedruckte Oberflächen zusätzlich gestalten.

Was unterscheidet UV-Druck von normalem Drucken?

Ein normaler Drucker bedruckt hauptsächlich Papier oder speziell beschichtete Medien. Ein UV-Drucker kann dagegen direkt auf fertige Gegenstände drucken.

Das Motiv wird dabei nicht zuerst auf eine Transferfolie gedruckt und anschließend übertragen. Das Objekt selbst liegt im Druckbereich und wird unmittelbar bedruckt.

So können beispielsweise Schilder, Schlüsselanhänger, Holzplatten, Handyhüllen, Stifte, Verpackungen, Trinkgefäße und viele andere Rohlinge personalisiert werden.

Die tatsächliche Haftung hängt jedoch immer vom jeweiligen Material, seiner Beschichtung und der Vorbereitung der Oberfläche ab. Nicht jedes Material funktioniert automatisch gleich gut. Genau deshalb sind praktische Tests so wichtig.

Klassische UV-Drucker

Viele herkömmliche UV-Flachbettdrucker wurden für industrielle oder gewerbliche Produktionsumgebungen entwickelt.

Sie sind häufig:

  • groß und schwer

  • teuer in der Anschaffung

  • auf einen festen Druckbereich beschränkt

  • wartungsintensiv

  • für geschulte Bediener ausgelegt

  • mit manueller Höhen- und Positionskontrolle verbunden

  • auf eine bestimmte Produktionsart spezialisiert

Auch kleinere Desktop-UV-Drucker existierten bereits vor dem eufyMake E1. Sie orientieren sich technisch jedoch häufig weiterhin an klassischen Industriemaschinen und benötigen entsprechende Kenntnisse bei Einrichtung, Wartung und Druckvorbereitung.

Was ist am eufyMake E1 besonders?

Der E1 verbindet einen kompakten UV-Flachbettdrucker mit einem modularen System. Die Maschine wurde speziell dafür entwickelt, UV-Druck für kleinere Werkstätten, Kreativbetriebe und private Arbeitsbereiche zugänglicher zu machen.

Kompakte Bauweise

Im Vergleich zu vielen industriellen UV-Druckern benötigt der E1 deutlich weniger Platz. Er ist als Desktop-Gerät konzipiert und kann ohne eine eigene Produktionshalle oder professionelle Installation betrieben werden.

Trotz seiner kompakten Bauweise bietet das Flachbettmodul einen Druckbereich bis ungefähr A3.

Automatische Objekterkennung und Positionierung

Der E1 verwendet Kameras und Sensoren, um eingelegte Objekte zu erfassen. Dadurch können Motiv und Rohling in der Software einfacher zueinander positioniert werden.

Die Höhe des Gegenstands wird ebenfalls automatisch erkannt. Bei klassischen UV-Druckern müssen Höhe, Abstand und Position häufig stärker manuell kontrolliert werden.

Diese Automatik ersetzt jedoch nicht jede Prüfung. Besonders bei transparenten, spiegelnden, sehr kleinen oder ungewöhnlich geformten Gegenständen kann weiterhin eine sorgfältige Vorbereitung notwendig sein.

3D-Textur- und Reliefdruck

Die auffälligste Besonderheit des E1 ist der Aufbau erhabener Druckstrukturen.

Mit der von eufyMake als Amass3D™ bezeichneten Technik wird UV-Tinte in mehreren Ebenen aufgetragen und ausgehärtet. Dadurch können fühlbare Strukturen, erhabene Schrift, Pinselstrukturen, Prägungseffekte und andere Reliefoberflächen entstehen.

Laut Hersteller sind Texturen mit einer Höhe von bis zu 5 Millimetern möglich.

Damit druckt der E1 nicht nur Farbe auf eine Oberfläche. Er kann der Oberfläche auch eine fühlbare Struktur geben.

Modulares Drucksystem

Eine der wichtigsten Besonderheiten des eufyMake E1 ist sein modularer Aufbau. Je nach Projekt kann das eingesetzte Druckmodul ausgetauscht werden.

Die beiden Flachbetten gehören zur Grundausstattung des Druckers. Der Rotationsdruckaufsatz, der Roll-to-Film-Aufsatz und das UV-DTF-Laminiergerät sind abhängig vom gewählten Paket enthalten oder separat erhältlich.

Mini-Flachbett

Das Mini-Flachbett besitzt eine maximale Druckfläche von: 330 × 90 mm

Die maximale Höhe eines eingelegten Gegenstands beträgt: 80 mm
Das Mini-Flachbett trägt Gegenstände mit einem Gewicht von bis zu: 1,5 kg

Es eignet sich besonders für kleinere Gegenstände wie Schlüsselanhänger, Magnete, Untersetzer, Stifte, kleine Schilder oder mehrere kleine Rohlinge.

Da das Mini-Flachbett vollständig innerhalb des Druckers bewegt wird, können die vordere und hintere Klappe während des Druckvorgangs geschlossen bleiben. Dadurch benötigt der Drucker weniger Platz und der Druckbereich bleibt vollständig abgeschirmt.

Mehrere Gegenstände können gleichzeitig bedruckt werden. Sie sollten mindestens 5 mm Abstand zueinander haben und möglichst gleich hoch sein.

Großes Flachbett

Das große beziehungsweise Standard-Flachbett besitzt eine maximale Druckfläche von:

330 × 420 mm

Die maximale Höhe eines eingelegten Gegenstands beträgt:

60 mm

Das große Flachbett kann Gegenstände mit einem Gewicht von bis zu:

1,5 kg

aufnehmen.

Damit können größere Motive, Platten, Schilder, Leinwände oder mehrere kleinere Gegenstände gleichzeitig bedruckt werden.

Das große Flachbett fährt während des Druckvorgangs vorne und hinten aus dem Gerät heraus. Deshalb müssen beide Klappen geöffnet sein.

Vor und hinter dem Drucker sollten jeweils ungefähr:

40 cm Freiraum

vorhanden sein.

Mehrere Gegenstände sollten mindestens 5 mm Abstand zueinander haben. Für einen gemeinsamen Druck sollten sie aus einem ähnlichen Material bestehen und möglichst die gleiche Höhe besitzen.

Kleine Gegenstände können grundsätzlich auf beiden Flachbetten gedruckt werden. Für kleine Einzelobjekte ist das Mini-Flachbett jedoch meist praktischer und platzsparender.

Rotationsdruckaufsatz

Der Rotationsdruckaufsatz ermöglicht das direkte Bedrucken runder und leicht konischer Gegenstände.

Unterstützt werden Gegenstände mit einer Höhe von:

80 bis 245 mm

Der unterstützte Durchmesser beträgt:

45 bis 100 mm

Konische Gegenstände dürfen eine Neigung von bis zu:

13 Grad

besitzen.

Bei Tassen oder Bechern mit Henkel darf der Henkel bis zu ungefähr:

50 mm

über die Außenfläche des Gefäßes hinausragen.

Der Rotationsdruckaufsatz eignet sich beispielsweise für:

  • Trinkflaschen

  • Thermobecher

  • Tassen

  • Gläser

  • Dosen

  • zylindrische Behälter

  • leicht konische Becher

Der Gegenstand wird während des Druckvorgangs kontrolliert gedreht. Dadurch kann das Motiv um einen großen Teil des Umfangs oder bei geeigneten Gegenständen vollständig rundherum gedruckt werden.

Der E1 unterstützt dabei die automatische Höhenmessung, Ausrichtung und Positionierung des eingesetzten Gegenstands.

Neben normalen Farbdrucken können auf geeigneten runden Oberflächen auch fühlbare 2.5D-Strukturen erzeugt werden. Die mögliche Höhe des Reliefs ist beim Rotationsdruck geringer als beim Flachbettdruck.

Roll-to-Film-Aufsatz

Der Roll-to-Film-Aufsatz erweitert den E1 um den Druck auf längeren Rollenmaterialien.

Die maximale Materiallänge beträgt:

10 m

Die offiziellen eufyMake-Rollenmaterialien besitzen je nach Material eine Breite von ungefähr:

300 bis 305 mm

Der Aufsatz eignet sich unter anderem für:

  • Stickerbögen

  • längere Aufkleber

  • Etiketten

  • Poster

  • Schilder

  • Dekorfolien

  • Leinwanddrucke

  • UV-DTF-Filme

Das Material wird von der Rolle durch den Drucker geführt. Dadurch ist der Druck nicht mehr auf die Länge des großen Flachbetts beschränkt.

Der Roll-to-Film-Aufsatz verfügt außerdem über einen integrierten automatischen Cutter. Fertige Drucke oder einzelne Abschnitte können dadurch nach dem Drucken automatisch zugeschnitten werden.

Je nach verwendetem Rollenmaterial sind normaler 2D-Druck, Weißdruck, Folieneffekte und flache 2.5D-Strukturen möglich.

Der Roll-to-Film-Aufsatz ist kein eigenständiger Drucker. Er wird direkt mit dem eufyMake E1 verwendet und ersetzt für diesen Druckmodus das Flachbett.

UV-DTF-Laminiergerät

Das UV-DTF-Laminiergerät ist kein Druckmodul innerhalb des E1, sondern ein separates Gerät für die Weiterverarbeitung gedruckter UV-DTF-Folie.

Die maximale Laminierbreite beträgt:

310 mm

Die maximale Materialstärke beträgt:

1 mm

Beim UV-DTF-Verfahren wird das Motiv zunächst mit dem E1 auf eine spezielle Trägerfolie gedruckt. Anschließend wird die bedruckte Folie mit einer zweiten Transferfolie laminiert.

Das fertige Motiv kann danach von der Trägerfolie gelöst und auf einen Gegenstand übertragen werden.

UV-DTF eignet sich besonders für Gegenstände, die aufgrund ihrer Form, Größe oder Oberfläche nicht direkt im Drucker bedruckt werden können, zum Beispiel:

  • stark gewölbte Gegenstände

  • unregelmäßige Formen

  • große Behälter

  • Flaschen

  • Gläser

  • Verpackungen

  • Gehäuse

  • Dekorationsobjekte

Für die Übertragung ist keine Transferpresse erforderlich. Das Motiv wird durch Andrücken und Abziehen der Transferfolie auf die Oberfläche übertragen.

Mit geeigneten Folien sind zusätzlich Gold- und Silberfolieneffekte möglich.

Welches Modul eignet sich wofür?

  • Das Mini-Flachbett ist ideal für kleine Gegenstände und kurze Druckaufträge.
  • Das große Flachbett bietet die größte direkte Druckfläche und eignet sich für größere Platten oder mehrere Rohlinge gleichzeitig.
  • Der Rotationsdruckaufsatz wird für Tassen, Flaschen, Becher und andere runde Gegenstände verwendet.
  • Der Roll-to-Film-Aufsatz ermöglicht lange Drucke, Stickerbögen, Folien und Serienproduktionen von der Rolle.
  • Das UV-DTF-Laminiergerät verarbeitet die gedruckten Folien zu übertragbaren UV-DTF-Stickern für Gegenstände, die nicht direkt bedruckt werden können.

Harte und flexible Tinte

Neben normaler, harter UV-Tinte kann der E1 auch flexible weiße Tinte verwenden.

  • Harte UV-Tinte eignet sich vor allem für feste Oberflächen. Auf weichen oder biegsamen Materialien könnte eine starre Tintenschicht beim Biegen reißen oder sich ablösen.
  • Flexible Tinte soll sich besser für Materialien eignen, die leicht bewegt, gebogen oder zusammengedrückt werden. Trotzdem muss auch hier jedes Material einzeln getestet werden.

Automatische Reinigung

UV-Tinte kann im Drucksystem und besonders an den Düsen problematisch werden, wenn sie eintrocknet oder nicht regelmäßig gepflegt wird.

Der E1 besitzt mit JetClean™ ein automatisiertes Reinigungssystem. Es soll die tägliche Wartung vereinfachen und das Risiko verstopfter Düsen reduzieren.

Vollständig wartungsfrei ist der Drucker dadurch jedoch nicht. Regelmäßige Kontrollen, Reinigungen und ein bewusster Umgang mit der weißen Tinte bleiben notwendig.

Ist der E1 einfacher als ein klassischer UV-Drucker?

In vielen Bereichen ja.

Automatische Positionierung, Höhenerkennung, Reinigungssystem und die speziell entwickelte Software senken die Einstiegshürde deutlich.

Trotzdem bleibt der E1 ein UV-Drucker. Materialien reagieren unterschiedlich, Oberflächen müssen teilweise gereinigt oder vorbehandelt werden und nicht jede Einstellung funktioniert bei jedem Rohling.

Auch Begriffe wie Weißunterlegung, Lackschicht, Druckhöhe, Farbprofil, Tiefenkarte oder Primer verschwinden durch die Automatik nicht vollständig.

Der E1 macht UV-Druck zugänglicher. Er verwandelt ihn aber nicht in einen vollkommen sorgenfreien Papierdrucker.

Worum geht es in diesem Buch?

Dieses Buch begleitet meine praktische Arbeit mit dem eufyMake E1.

Ich dokumentiere unter anderem:

  • getestete Materialien und Rohlinge

  • Vorbereitung und Reinigung der Oberflächen

  • verwendete Druckeinstellungen

  • Weißdruck und weiße Grundierungen

  • Farbtests

  • Reliefdruck und Tiefenkarten

  • Klarlack- und Glanzeffekte

  • Haftungsprobleme

  • Fehldrucke und ihre möglichen Ursachen

  • Reinigung und Wartung

  • Lösungen, Umwege und neue Versuche

Dabei geht es nicht nur um perfekte Ergebnisse. Gerade Fehldrucke zeigen häufig besonders deutlich, wie eine Einstellung, ein Material oder eine bestimmte Funktion tatsächlich arbeitet.

Das K-LAB ist deshalb keine Hochglanzbroschüre, sondern ein echtes Versuchslabor.

Getestet wird, was auf den Drucktisch passt. Dokumentiert wird, was dabei herauskommt.